Rhein Chemie

Umweltministerin Tanja Gönner besucht Rhein Chemie – Unternehmen und Chemieverband sehen dringenden Verbesserungsbedarf bei REACH

Umweltministerin Tanja Gönner besucht Rhein Chemie – Unternehmen und Chemieverband sehen dringenden Verbesserungsbedarf bei REACH

Monday, 16. July 2007 Die baden-württembergische Umweltministerin Tanja Gönner (CDU) sowie die Spitze des Landesverbands der chemischen Industrie Baden-Württemberg besuchten am 09. Juli 2007 Rhein Chemie Rheinau GmbH. Der dringende Verbesserungsbedarf bei der am 1. Juni dieses Jahres in Kraft getretenen neuen EU-Chemikalienverordnung (REACH) stand im Zentrum des Treffens.

Mannheim – Die baden-württembergische Umweltministerin Tanja Gönner (CDU) sowie die Spitze des Landesverbands der chemischen Industrie Baden-Württemberg besuchten am 09. Juli 2007 Rhein Chemie Rheinau GmbH. Der dringende Verbesserungsbedarf bei der am 1. Juni dieses Jahres in Kraft getretenen neuen EU-Chemikalienverordnung (REACH) stand im Zentrum des Treffens.
Umweltministerin Tanja Gönner erfuhr aus erster Hand, wo Unternehmen und Chemieverbände Schwachstellen bei der neuen Verordnung sehen. Nach Erfahrungen der Rhein Chemie haben viele kleinere Unternehmen noch keine oder nur unzureichende Kenntnisse zu REACH. „Seitens unserer Kunden und Lieferanten zeigen sich gerade bei kleineren Unternehmen außerhalb der Chemiebranche riesige Informationsdefizite. Wir sind immer wieder erstaunt, wenn wir hören, dass REACH teilweise als freiwillige Initiative betrachtet wird oder als für das Unternehmen irrelevant interpretiert wird. Die Verordnung bezieht sich auf chemische Stoffe und nicht auf Produkte, die oft aus Mischungen von chemischen Stoffen bestehen. Die Konsequenzen hieraus haben viele Unternehmen überhaupt noch nicht verstanden, so dass wir viel aktive Aufklärungsarbeit leisten müssen“ sagt Dr. Rüdiger Herpich, Leiter Qualität Umweltschutz und Sicherheit bei Rhein Chemie.
Tatsächlich wird es den Unternehmen nicht gerade leicht gemacht, sich über die Details von REACH zu informieren. Schon Fragen wie „Was ist bei REACH als Erzeugnis definiert?“ stellen eine Herausforderung dar. Wer Bescheid wissen will, muss sich durch ein fast 10.000 Seiten starkes Werk kämpfen, das ausschließlich in englischer Sprache verfügbar ist.

Die Kosten für die Unternehmen sind heute noch nicht genau bestimmbar.
Dr. Gerd Backes, Vorstandsvorsitzender des VCI-Landesverbands Baden-Württemberg und Geschäftsführer der Sigma-Aldrich Chemie GmbH, Steinheim: „Das ist wie bei einer Zwiebel, kaum hat man die eine Schale bewältigt, stößt man auf die nächste. Mit jeder Stufe steigt der Aufwand, ohne genau zu wissen, was am Ende herauskommt. Aus den von EU-Kommissarin Margot Walström anfangs angekündigten 30.000 Stoffen sind mittlerweile 80.000 Stoffe geworden. Die Stoffdefinition ist immer noch ein wunder Punkt in der Verordnung. Wir schätzen, dass das noch nicht der endgültige Umfang ist und es auf rund 130.000 Stoffe hinauslaufen wird. Dieser erheblich größere Umfang bedeutet deutlich höhere Kosten für die Unternehmen der chemischen Industrie.“ Der Zulassungsantrag kostet je Stoff allein 100.000 Euro. Hinzu kommen noch Registriergebühren, die derzeitig noch völlig unklar sind. Deren Höhe wird sich nach den bei der EU-Agentur in Helsinki entstehenden Kosten bemessen, da diese auf die Registrierung umgelegt werden sollen.

Rechtliche Aspekte führen zu weiteren Erschwernissen. So muss beispielsweise jede rechtlich selbständige Einheit eines Unternehmensverbundes die Stoffe separat registrieren, was mit einem hohen Verwaltungsaufwand bei den Unternehmen sowie der Registrierungsbehörde einhergeht. Es wäre eine erhebliche Vereinfachung, wenn eine einmalige Anmeldung eines Stoffes ausreichend wäre und für z. B. alle betroffenen Tochterunternehmen eines Konzerns gelten würde. Zusätzliche Hürden tauchen beim Verkauf eines Unternehmens auf. Die Zulassung eines Stoffes durch die EU-Kommission und die EU-Agentur in Helsinki gilt allein für die Person des Antragstellers, nicht aber für dessen Rechtsnachfolger.

VCI-Landesverband, Rhein Chemie und Sigma-Aldrich Chemie appellierten an Umweltministerin Gönner Europaparlamentarier auf den aus ihrer Sicht dringend notwendigen Verbesserungsbedarf bei REACH aufmerksam zu machen.
Der Import von Polymeren Stoffen von außerhalb der europäischen Union, und die Organisation der Firmenkonsortien zur gemeinsamen Registrierung sind nur zwei Beispiele hierzu.

Rhein Chemie ist ein Unternehmen der Chemieindustrie, das sich seit mehr als 100 Jahren mit maßgeschneiderten Additiven und Serviceprodukten erfolgreich behauptet. Die rund 900 Mitarbeiter produzieren und vertreiben weltweit Produkte für viele Bereiche der Kautschuk-, Schmierstoff-, Kunststoff- und Polyurethan-Industrie. Etwa 550 Mitarbeiter sind am Hauptsitz in Mannheim-Rheinau beschäftigt. Das Unternehmen verfügt über Tochterunternehmen und Produktionsstätten in Europa, Asien und Nord/Süd-Amerika. Rhein Chemie ist eine 100-prozentige Tochter des LANXESS Konzerns, Leverkusen.

Mannheim, 16. July 2007
bit (2007-07-811DE)

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